Besinnung Sept. - Nov. 2011Reformationstag
„Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben. Darum fürchten wir uns nicht, wenngleich die Welt unterginge und die Berge mitten ins Meer sänken, wenngleich das Meer wütete und wallte und von seinem Ungestüm die Berge einfielen. …Der Herr Zebaoth ist mit uns, der Gott Jakobs ist unser Schutz.“
Der Psalm 46 ist Martin Luthers Lieblingspsalm. Am Reformationstag sollen wir uns daran erinnern, wie Martin Luther für seinen Glauben einstand. Er hat dafür gekämpft hat, dass wir als mündige Christen alle in der Lage sein sollen, die Bibel zu lesen, zu verstehen und den Glauben weiter zu geben. Der Reformationstag lädt dazu ein, nicht nur über die Vergangenheit und die Entstehung unserer evangelischen Kirche nachzudenken, sondern auch darüber, was uns der Glaube im Alltag bedeutet.
Während ich diese Zeilen schreibe, ist gerade das schreckliche Massaker in Norwegen passiert. Alle sind geschockt, dass ein einzelner Täter so viel Unheil anrichten kann. Aber ich finde in dem Verhalten der norwegischen Bevölkerung ganz viel von diesem Gottvertrauen des Psalms wieder. Es fasziniert mich, dass sie nun nicht auf Härte bauen, sondern auf Zusammenhalt und Vertrauen. Sie plädieren für mehr Demokratie und größere Offenheit als Antwort auf den Terror, auf Rosen statt Hass. Sie stellen christliche Werte, wie gemeinsam zu trauern, sich zu trösten in den Vordergrund, nicht politische Handlungen oder neue Gesetze. Vielleicht kommen die noch. Aber zunächst stehen die Menschen im Vordergrund. Und das Gefühl: gemeinsam sind wir stark. Gemeinsam schaffen wir es. Die Liebe ist stärker als der Hass. Für mich ist das gelebter Glaube.
„Gott ist unsere Zuversicht und Stärke.“ So sagt es Luthers Lieblingspsalm. Für mich stellt sich die Frage, wie wird das in unserem Alltag deutlich, dass wir darauf vertrauen, dass Gott uns hilft, dass er uns begleitet?
„Der Herr hat mich ganz oft in meinem Leben beschützt“, sagte mir neulich eine ältere Frau. „Also wird er auch am Ende meines Lebens da sein.“ Wie schön wäre es, wenn viele davon erzählen, was ihnen der Glaube bedeutet. Wie sie Zuversicht bekommen haben und das Behütetsein in schweren Zeiten erlebt haben. Denn nur dann, wenn wir unseren Glauben weitersagen, wenn wir erzählen, wo Gott unsere Hilfe im Leben ist und unsere Zuversicht in den Unwägbarkeiten des Lebens, nur dann können wir auch in den Stürmen dieser Zeit bestehen. Gott ist unsere Zuversicht und Stärke. Das gilt es weiter zu sagen und zu leben.
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