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30 Jahre Kleiderkammer

Foto: privat

„Komm‘ doch mal mit, du hast doch Zeit, guck‘ dir das an, das macht Spaß – so fängt das an“, erinnert Susanne Schröder sich. Seit 2006 leitet sie die Kleiderkammer. Genauso war es jedenfalls bei ihr wie vermutlich auch bei ihren rund 14 Mitstreiterinnen.  Seit inzwischen  30 Jahren bieten engagierte Gemeindeglieder jeden Donnerstag von 15 bis 17 Uhr in den Räumlichkeiten der Sankt-Michael-Kirche Kleidungsstücke aus zweiter Hand an.

Was zu klein geworden ist, möglicherweise nicht mehr gefällt oder auch nicht mehr gebraucht wird ist den Damen von der Kleiderkammer hoch willkommen. Mit einer kleinen Einschränkung jedoch – es muss noch verwendbar sein, nicht verschmutzt oder anderweitig beschädigt. So erinnern die Ehrenamtlichen sich noch lebhaft an eine verdächtig aussehende Einkaufstasche, die abgegeben wurde. Darin befand sich eine bereits zerbröselnde Plastiktüte. Zuoberst lag ein abgetrennter Kragen sowie eine interessante Auswahl anderer Textilien, ebenfalls in einem recht beklagenswerten Zustand – ganz klar ein Fall für den Altkleidercontainer. Gott sei Dank seien das aber wirklich Einzelfälle, betonen die Damen von der Kleiderkammer. In der Regel wird Hochwertiges und gut Erhaltenes vorbeigebracht, wie die neuwertige Erstlingsausstattung oder auch klassische Anzüge, die sich gerade in der Konfirmationssaison großer Beliebtheit erfreuen.

Manchmal gehen aber auch Dinge weg, die eigentlich noch im Gebrauch sind. So kam eine Mutter vorbei, die bei der jährlichen Ausmistaktion im Kleiderschrank ihrer Tochter eine Pyjamaleggings aussortierte, die noch dringend gebraucht wurde. Die Suche nach dem guten Stück einige Wochen später in der Kleiderkammer, blieb leider erfolglos, hatte sich doch ganz offenbar bereits ein Liebhaber gefunden. Sehr lebhaft im Gedächtnis ist den Kleiderkammeraktiven auch die Jacke einer Mitstreiterin, die an einem Verkaufsnachmittag irrtümlich über die Ladentheke ging. Das besterhaltene Textil blieb wohl unauffindbar, hat aber sicher für einen sehr zufriedenen Kleiderkammerkunden gesorgt. „Na ja, weg ist weg. Seitdem legen wir unsere eigene Garderobe immer im Kirchraum ab“, schmunzelt Susanne Schröder. Ein wenig wehmütig stimmt sie, dass in den vergangenen drei bis vier Jahren der Kundenzulauf spürbar nachgelassen hat. Dabei habe man nach wie vor schöne Sachen für ganz kleines Geld im Angebot. Und die Einnahmen kämen überdies der Gemeinde zugute. Der Teppich im Mittelgang von Sankt Michael wurde von Spenden der Kleiderkammer finanziert, Kirchen-, gemischter und Posaunenchor haben vom Engagement der Ehrenamtlichen bereits profitiert. Die Kleiderkammer hat das Celler Hospiz unterstützt und der Wietzer Schule bei der Anschaffung eines Beamers unter die Arme gegriffen. Aber Selbstbeweihräucherung lieben die Kleiderkammer-Damen nicht – sie arbeiten lieben bescheiden im Hintergrund.  

„Dienst“ schieben sie immer zu zweit. Jedes Vierteljahr ist Dienstplanbesprechung und dran ist jede der Ehrenamtlichen nur alle paar Wochen einmal. In den Sommerferien und nach Weihnachten ist dann Kleiderkammerpause. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt werden zudem ab und an, meistens einmal im Jahr, auch kleinere Ausflüge organisiert, in diesem Jahr zum Beispiel ein kleine Fahrradtour in das Wietzer Umland. Solchermaßen auf die gemeinsame Arbeit eingeschworen, planen die Kleiderkammerorganisatorinnen derzeit etwas Besonderes: Zusammen mit dem Frauenfrühstück und dem Handarbeitskreis möchten sie nach dem Erntedankgottesdienst einen Basar aufbauen, berichtet Susanne Schröder. Sie hofft unter anderem, damit das Interesse an der Kleiderkammer wieder steigern zu können. Und vielleicht können so auch jüngere Mitstreiterinnen gewonnen werden. Neue Ideen seien manchmal gar nicht schlecht, betont die Kleiderkammerleiterin.

Eines ist jedenfalls jetzt schon sicher: Nach der Sommerpause ist in der Kleiderkammer interessante „neue Ware“ eingetroffen. Es lohnt sich also, jetzt einmal an der Steinförder Straße vorbeizuschauen!

 

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