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Immer wieder "JA"

Küsterin Anneliese Folbert feiert 25. Jubiläum

„Ich würde wieder ‚Ja‘ sagen. Mir hat die Arbeit immer Spaß gemacht und sie macht mir immer noch Spaß.“ Anneliese Folberth bereut es nicht, dass sie sich vor 25 Jahren entschlossen hat, die Küsterstelle von St. Michael anzutreten. „Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Ich hätte nie gedacht, dass ich so lange durchhalte“, sagt sie nicht ohne Stolz auf ihr Silberjubiläum und erzählt, dass es nur wenige Küsterinnen gibt, die ein Vierteljahrhundert dabeibleiben. Die meisten, so berichtet sie, hörten früher auf. Aber Anneliese Folberth will eigentlich nicht aufhören – auch wenn sie vor einiger Zeit ihren 65. Geburtstag gefeiert hat und in diesem Frühjahr offiziell in den wohlverdienten Ruhestand gehen wird. „Ich möchte gern noch zwei Jahre weitermachen“, betont sie. Mit einer entsprechenden Genehmigung sei das möglich. „Mal sehen, ob das klappt.“

 

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat Anneliese Folberth viele Pastoren kommen und gehen gesehen. Mindestens sieben seien es gewesen, die Vakanzvertretungen nicht mitgerechnet. Und manches hat sie erlebt. Gern denkt Annliese Folberth dabei an einen Gottesdienst vor einigen Jahren zurück, als sie vergaß, die Altarkerzen anzuzünden. Die Pastorin sei in ihrer Predigt auf das Thema „Licht“ zu sprechen gekommen. „Erst da sind meine Augen auf die Kerzen gefallen“, lacht Anneliese Folberth. „Ich bin aufgestanden und habe sie angezündet. Alle haben gedacht, dass das so hätte sein sollen“, fügt sie hinzu. Keiner habe etwas gemerkt. Schlechte Erfahrungen? Nein, da habe sie keine gemacht, die ganzen Jahre nicht. Vielleicht mal die eine oder andere „blöde“ Bemerkung. Aber nichts, womit sie sich lange beschäftigt hätte.

 

Ihre größte Angst ist es bis heute, dass sie etwas Wichtiges vergessen könnte. „Eine Beerdigung zum Beispiel“, sagt sie. Aber das ist natürlich nie passiert. „Und ich habe in 25 Jahren nie an einem Sonntag verschlafen“, freut sie sich. „Niemand musste bei mir vor der verschlossenen Kirchentür stehen.“

 

 

Schmunzelnd berichtet sie dann von dem Abendmahl, bei dem kleine Toastbrotwürfel ausgeteilt werden sollten. „Das Körbchen ist umgekippt und das ganze Brot auf dem Boden vor dem Altar gelandet. Ich bin sofort in die Sakristei und habe die restlichen Scheiben geschnitten.“ Auf diese Weise konnte sie tatkräftig für den weitestgehend ungestörten Fortgang des Gottesdienstes sorgen. 

So schnell bringt Anneliese Folberth inzwischen nichts aus der Ruhe. Das war jedoch nicht immer der Fall, gibt sie freimütig zu. Zwar hat sie 1989 das Amt nicht ganz ahnungslos angetreten, hat einiges von ihrem Mann mitbekommen, der in Rumänien einige Jahre als Küster tätig war. Zur Vorbereitung auf die neue Verantwortung sei sie außerdem für eine Woche nach Hildesheim ins Michaeliskloster gefahren – zum Einführungslehrgang. Dort hat Anneliese Folberth vom Kelch reinigen bis hin zum Arrangieren des Blumenschmucks alles gelernt, was eine Küsterin wissen muss. Und zum Nachschlagen für Notfälle bekam sie schließlich das Handbuch für Küster.

 

 

Aber angesichts des Bergs von Arbeit, der in Wietze auf sie wartete, wusste sie trotzdem zunächst nicht, wie sie das schaffen sollte. „Ich habe das gesehen und gedacht, dass ich alles an einem Tag machen muss“, erinnert sie sich. Doch der damalige Vorsitzende des Kirchenvorstands Dr. Herbert Bolte habe zu ihr gesagt: „Ach, da lassen Sie mal was liegen.“ Dank dieses wertvollen Tipps und mit ganz viel persönlicher Einsatzbereitschaft hat Anneliese Folberth es bis heute geschafft, ihre vielfältigen Aufgaben so gut zu bewältigen.

Denn zur Arbeit einer Küsterin gehört es nicht nur, sich um Kerzen, Altardecken und Paramente zu kümmern, die Glocken zu läuten und vor Beginn des Gottesdienstes die Kerzen anzuzünden und Gesangbücher zu verteilen. Auch das Saubermachen in der Kirche, der Friedhofskapelle, dem Kirchenbüro sowie im Gemeindehaus, die Pflege der Außenanlagen vor und hinter der Kirche, Botengänge, das Vorbereiten von Nachbarschaftstreffen und Geburtstagskaffee einschließlich Eindecken und Kaffee kochen sowie das anschließende Aufräumen und die Pflege des Friedhofs sind Teil von Anneliese Folberths Aufgabenbereich.  Viel Arbeit für offiziell 34,5 Stunden in der Woche. Anneliese Folberths Geheimnis: „Ich habe nie auf die Uhr geguckt, habe nie gesagt, ‚ich habe Überstunden‘“. Einen herzlichen Dank richtet sie ausdrücklich an all diejenigen, die sie in diesem Vierteljahrhundert begleitet und unterstützt haben.

PMG

 

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