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Corona - Schutzmaßnahmen

Auch wenn St. Michael geschlossen bleibt - die Glocken rufen zum Gebet

Seit ungefähr 1500 Jahren rufen Glocken Christinnen und Christen zu Gottesdiensten und zum Gebet auf. Auch wenn die Kirchen im Moment geschlossen bleiben müssen, können sich die Gläubigen im Gebet unter dem hörbaren Dach der Glockenklänge verbinden.

Ein Sonntagmorgen ohne Gottesdienst. Das ist für alle, die regelmäßig in die Kirche gehen, bisher nicht vorstellbar gewesen. Doch jetzt bleiben die Kirchentüren wegen der Coronakrise verschlossen. Den Kirchgängern fehlt nicht nur das Singen und Beten, sondern die Gemeinschaft. Das Gespräch bei einer Tasse Kaffee nach dem Gottesdienst. Nicht bei allen stößt die Schließung der Kirchen auf Verständnis.

Aber wir stecken in einer schwierigen Situation, und die wollen wir meistern! Ein gemeinschaftlicher und spiritueller Treffpunkt kann weiterhin der Sonntagmorgen sein, wenn um 10 Uhr die Glocken läuten, dann können sich Christen im Gebet  vereinigen, auch wenn sie sich dabei nicht treffen.

Für Christen ist das Gebet eine Kraftquelle des Lebens. Das Gebet kann unser Denken immer wieder neu ausrichten und Raum schaffen für Hoffnung: „Manchmal weine ich mir die Sorgen raus, gebe preis, was ich niemandem anvertrauen würde und spüre bald, wie sich Herz und Seele weiten.“, sagt ein Beter.

In den Fürbitten, die ein fester Bestandteil jedes Gottesdienstes sind, nehmen Christinnen und Christen die ganze Welt in den Blick und sprechen aus, was sie bewegt, was sie sorgt und ängstigt, sie klagen, sie denken an Freunde und Feinde, bitten um Kraft und Zuversicht. Wenn die Glocken von St. Michael oder von anderen Kirchen am Sonntag läuten, kann man  innehalten  und diese  Quelle unseres Glaubens nutzen in dieser schwierigen Zeit. Gebete sind das Atmen der Seele.

 

Fürbitte für den kommenden Sonntag:

Gott,
der Du bei uns bist und bleibst:

Wir erleben in diesen Tagen,
wie vieles, was uns selbstverständlich erschien, plötzlich fragwürdig geworden ist.
Von den Menschen, deren Nähe und Fürsorge uns bisher gutgetan haben, geht eine Gefahr aus.

Wir selber können zu einer Gefahr für andere werden.

Heute, wo sich unser Alltag wie nie zuvor verändert hat,
denken wir in Sorge an die Menschen,
die mit dem Coronavirus infiziert sind.
Wir denken an diejenigen, die in Quarantäne leben müssen
und für die es schwer ist, das Alleinsein zu ertragen.
An die Ärztinnen und Ärzte,
an die Fachkräfte in den Krankenhäusern und Pflegeinrichtungen,
die ihre eigene Gesundheit gefährden, um anderen zu helfen.
Wir denken an die selbständig arbeitenden Frauen und Männer,
die Angst haben, weil ihre berufliche Zukunft auf dem Spiel steht.
Wir denken an Eltern von kleinen Kindern, die zur Arbeit gehen müssen und nicht wissen,

wer sich um ihre Kinder kümmert.
Wir denken an die Kassiererinnen an den Kassen der Supermärkte und an die Mitarbeitenden dort,
die wie andere Frauen und Männer bis an den Rand ihrer Kräfte arbeiten.
Wir denken an die Journalisten und Redakteurinnen, die uns nach bestem Wissen und Gewissen

über die aktuellen Geschehnisse informieren.
Wir denken an die Politikerinnen und Politiker, die eine große Verantwortung für das Ganze tragen

und schwierige Entscheidungen zu treffen haben.
Wir denken an die Menschen, die uns besonders am Herzen liegen und nennen Dir ihre Namen:

Wir bitten Dich:

Schenke denen, die Verantwortung in Wirtschaft, Politik, Kirche und Gesellschaft tragen,
die Klugheit und Weisheit, jetzt in der Krise das Notwendige zu tun.

Schenke uns die Kraft und die Disziplin, unsere eigenen Bedürfnisse und Wünsche zurückzustellen

und solidarisch mit den Schwächeren zu sein.

Wir beten auch für Alte und Kinder, Männer und Frauen jenseits unserer Grenzen.

Für die Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos, für die Gestrandeten vor den Toren Europas und die Millionen Menschen, die in Syrien ums nackte Überleben kämpfen.

Lass uns trotz unserer eigenen Sorgen nicht unempfindlich gegenüber dem Leid anderer Menschen werden.

Gott,
der Du bei uns bist und bleibst:

Du hast uns nicht den Geist der Furcht gegeben,
sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Lass uns in diesem Geist leben und tun, was jetzt notwendig ist.

Schenke uns Besonnenheit.
Ein weites Herz.
Öffne unsre Ohren.
Lass unsere Fürsorge andere Wege zum Nächsten finden als die, die wir bisher gegangen sind.

Unter dem Klang der Glocken unserer Kirchen schließen wir uns vor Dir mit unseren Schwestern und Brüdern im Glauben zusammen und beten für Menschen überall auf der Welt,

wie es uns Jesus, der Christus, gelehrt hat:
Vater unser im Himmel, … Amen.

Was war los?

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